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| BakIKuR - das Baukollektiv der Reitschule |
BaKIKuR, Postfach 5053, 3001 Bern
Das war erst der Anfang
Die Reitschule wurde nicht besetzt, um sie zu sanieren. Schon bald aber, im Frühjahr 1988 gelangten die meisten AktivistInnen zur Einsicht, dass sich eine langjährige sanfte Renovation der Gebäudesubstanz parallel zum Reitschulbetrieb aufdrängt. Nach heftigen Diskussionen wurde klar, dass die Erneuerung der ganzen Anlage nicht mit Gratisarbeit und auch nicht durch privatwirtschaftliche Geldflüsse zu organisieren sei. Die Reithalle soll als städtisches Gebäude für die hier stattfindende kulturelle Nutzung mit öffentlichen Geldern renoviert werden.
Am 4. Mai 1988 wurde die Baugenossenschaft Bakikur gegründet.
Artikel 2 der immer noch gültigen Statuten: Die Bakikur bezweckt, sich einer etappenweisen sanften Sanierung der Bausubstanz und der allgemeinen Infrastruktur zu widmen.
Artikel 3: Das Tätigkeitsfeld der Bakikur wird durch die anerkannten Grundsätze und Entscheide des Vereins IKuR bestimmt. Die Bakikur kann mit weiteren interessierten privaten und öffentlichen Institutionen, insbesondere Heimatschutz und Denkmalpflege, zusammenarbeiten.
Artikel 4: Die Genossenschaft Bakikur ermöglicht eine breite Mitarbeit mit Eigenleistungen der ReitschulbenützerInnen bei den anfallenden Sanierungsarbeiten.
Neben den in den Statuten beschriebenen Zielen nahm die Bakikur noch eine Reihe weiterer Aufgaben wahr. Nach aussen setzte die Bakikur mit den anhaltenden baulichen Aktivitäten ein klares Zeichen des Widerstandes gegen die Initianten der Abbruchinitiative aus rechtsbürgerlichem Umfeld. Zudem ist die Bakikur eine rechtliche Körperschaft, die es ermöglicht, gewisse Unterhaltsarbeiten legal und auch mit Geld von der Stadt durchzuführen. Sie ist Versicherungsnehmerin für die SUVA, rechnet AHV ab etc. Sie ist so in der Lage, die Leute aus den Arbeitsgruppen einzubeziehen und sichert damit eine weitgehende Autonomie der IKuR auch in baulichen Fragen.
Die Bakikur versucht mittels professioneller Planung, Beratung und Anleitung qualitative, soziale, ökologische Ansprüche beim Bauen zu verwirklichen. Bauen soll ebenso wie eine Veranstaltung Ausdruck unseres kulturellen Verständnisses sein. Intern war die Bakikur Vorreiterin in Sachen bezahlter Arbeit in der Reitschule. In den Jahren nach 92 wurde die bezahlte Arbeit auch in verschiedenen anderen Arbeitsgruppen eingeführt.
Da sich die ArbeiterInnen der Bakikur seit je her dazu bereit erklärten, zu speziell günstigen Tarifen für die Reitschule zu arbeiten, konnte mit den eigenen Geldern (Baufesteinnahmen) ein Maximum an Arbeiten umgesetzt werden. Zudem konnte bei den Arbeiten, die im Auftrag des Hochbauamtes durchgeführt wurden, ein Gewinn erwirtschaftet werden, der sofort wieder in den Betrieb investiert wurde (z. Bsp. Zentralheizung Frauenraum-Kino-Dojo-Cafeteria!).
Ein Blick vom Zug aus genügt jedoch, um zu erkennen, dass die Arbeit der Bakikur gerade erst begonnen hat. Egal wie das Seilziehen um das Bauhüttenmodell endet (siehe Megafon Dez.97), egal wie die kommenden Volksabstimmungen zum Thema Reitschule ausfallen, die Bakikur wird sich weiter, möglicherweise wieder unter erschwerten Bedingungen ihrer Grundaufgabe, der sanften, etappenweisen Renovation des Reitschulareales widmen. Entscheidend für die Motivation der Bakikurleute ist aber vor allem ein selbstbestimmter Betrieb, in dem neben dem Spass am Leben auch politische Inhalte glaubwürdig nach aussen vertreten werden.
Was bisher geschah:.
Frühjahr 88: Einbau Projektionskabine, Bar und Leinwand im Kino (eigenfinanziert).
Sommer 88: Erneuerung Dach Remise Ost (für den "Ausstallungsraum", heute Frauenraum): neue Dachschalung, z.T. neue Dachsparren, Dachfenster über der First, Decken mit Dachpappe, Herausnehmen von Zwischenböden und -wänden (eigenfinanziert).
Frühling 89: Erneuern Küche: Wand und Boden plätteln, neue Küchenmöbel; Renovation WCs:Wand und Boden plätteln, Einbau von Stehklosetts, neues Pissoir, neue Zwischenwände und Türen (finanziert mit Geldern des Gfeller-Fonds der Stadt Bern).
Sommer 89: Erneuern Wohnhausdach: neue Dachschalung, Ersetzen morscher Sparren, Decken mit Dachpappe mit Hilfe von deutschen Wanderzimmermannsgesellen und einer -gesellin (eigenfinanziert).
Sommer 89: Im Zusammenhang mit der Luginbühl-Ausstellung: Neudecken des Dachs der Grossen Halle, Entfernen des Sägemehl-Sandgemisches auf dem Boden und Einbau eines Mergelbodens, Gitter vor allen Fenstern (finanziert durch Stadt Bern über das Kunstmuseum).
Sommer 89: Wanddurchbruch vom Wohnhaus zu einem Nebenraum der Remise-West, Decken und Isolieren der Terrasse zum Einbau der Cafeteria (eigenfinanziert).
Herbst 89: Motorisierung des Kutschenlifts im Theaterraum als Kulissenlift, Einbau einer Garderobengalerie und einer Bar (eigenfinanziert).
Sommer 90: Umbau des Barraums zur "Musigbar": neue Bar, ZuschauerInnengalerien, Beleuchtung (eigenfinanziert).
Sommer 90: Herausreissen aller Zwischenwände im Dachstock.
Herbst 90: Aufräumarbeiten im Theaterraum nach dem Abbrand der darüberliegenden Remise.
Sommer 92: Erweiterung der Musigbar zur Beiz: Beleuchtung, Economat in der Küche (eigenfinanziert).
Herbst 92: Neueindeckung der Remise Ost mit Wellplatten, Wärmeisolation des Daches, neue Blechabschlüsse (finanziert durch Stadt Bern resp. Gebäudeversicherung); Erneuern der Regenrinnen rund um die Reitschule; Neudecken des Durchgangs zum Innenhof (bezahlt aus städtischem Unterhaltskredit)
Herbst 92: Einbau Gästezimmer über der Bibliothek; Einbau breiterer Treppe zum Dachstock (eigenfinanziert).
Sommer 93: Neues Buffet und Einbau Belüftung in der Beiz; Ablufthaube in der Küche; Eröffnung der WCs unter der Dachstocktreppe (eigenfinanziert). Die Restauratorenklasse der Schule für Gestaltung hat den Verputz im Riegwerk beim Frauenraum wieder angebracht, wir haben das Blendrieg gemacht (bezahlt aus städtischem Unterhaltskredit). Lehrlinge der SteinhauerInnenklasse der Gewerbeschule haben in Fronarbeit Sandsteinsimse und Fensterbänke bei der Cafeteria und im Frauenraum erneuert. Erneuerung grosser Teile der Stromverteilung; Minimalrenovation des Wohnhauses; Renovation der WCs (bezahlt aus städtischem Unterhaltskredit).
1994: Einbau der Gaszentralheizung im Frauenraum, das Kino wird gleich mitangeschlossen (eigenfinanziert); Wohnhaus: Ausbau der Badezimmer (z. T. bezahlt aus städtischem Unterhaltskredit).
1995: Neue Tore am Dojo und an der Küche (bezahlt aus städtischem Unterhaltskredit); Beheizung Dojo und Cafeteria; Ausbau der Druckerei (eigenfinanziert).
1996: Vordach und Tor der grossen Halle (städtischer Unterhaltskredit).
1997: Lüftungsstudie für Sous-le-pont, Umbau der Lüftung. Dachstockpodest, Umbau Dojo (eigenfinanziert). Renovation der Türe Neubrückstrasse, neue Türe Sous-le-pont (aus städtischem Unterhaltskredit). Nebenbei wurden alle Dächer immer wieder notdürftig geflickt und die Arbeitsgruppen wurden bei kleineren Arbeiten unterstützt.
Diese Seite wurde letztmals am 31.08.2000, um 01:00 aktualisiert.
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