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Das
Theater Club 111
wurde 1989 von Meret Matter, Grazia Pergoletti und Rut
Schwegler mit der Produktion "Bandagen" ins Leben gespielt.
Seither wurden rund 20 grosse Produktionen realisiert. So zum Beispiel
Eigenproduktionen des Autorinnenteams Matter/Pergoletti wie "Innenarbeiterinnen",
"Wo sein Enden" oder die "Last des Goldes", die
1996 das Theaterspektakel Zürich eröffnete. Ebenfalls aus
eigener Feder stammten die Theaterserien "Spaceboard Galuga",
"Hobbycop" und „Calimbo“ oder auch das Kinderstück
„Schmöcksch z Trotti“.
Während mehreren Jahren produzierte das Theater Club 111 zusätzlich
jährlich mehrere kleine Produktionen, sogenannte Clubprogramme.
Diese wurden mit geringerem Zeit- und Geldaufwand realisiert und funktionierten
meist selbsttragend. Die Clubprogramme bildeten eine Plattform für
Experimente wie Soloprojekte, Erstregien, Gedicht- und Liederabende,
oder Arbeiten, wie die Szenenfolge "Ei zum Lieben braucht es also
zwei", an der sich neun Schweizer AutorInnen mit einer Szene zum
Thema Liebe beteiligten. Als Clubprogramm gelangten Stücke wie
"Ich habe stets und viel zu tun - aus den Memoiren einer Kioskfrau"
zur
Aufführung, die Band "Rabarbie" hatte im Rahmen eines
solchen Programms ihren ersten Auftritt, auch wurden zwei Abende zum
Thema Konsum auf die Beine gestellt, an denen sich mehrere KünstlerInnen
beteiligten.
In den letzten Jahren hat der Club111 meist Stücke nach Vorlagen
auf die Bühne gebracht, so zum Beispiel „Anarchie in Bayern“
von R.W. Fassbinder, „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“
von Luis Bunuel und „Bezahlt wird nicht“ von Dario Fo. Eine
Zusammenarbeit mit dem russischen Dichter und Regisseur Alexej Schipenko
gehört ebenfalls zu den Experimenten der jüngeren Zeit.
Im Leiterinnentrio ist vor einigen Jahren an die Stelle von Rut Schwegler
die Bühnenbildnerin Renate Wünsch getreten. Die festen Subventionen,
die wir über 9 Jahre von der Stadt Bern erhielten, haben damals
hinsichtlich der Kontinuität enorme positive Veränderungen
mit sich gebracht. Seit die Stadt das Subventionsmodell wieder geändert
hat und wir erneut bloß projektbezogen Unterstützung erhalten,
haben sich unsere Arbeitsbedingungen dahingehend verschlechtert, dass
es immer schwieriger wird, Zeiträume festzulegen, in denen wir
alle frei sind und zusammenkommen können, da jede und jeder von
uns nonstop damit beschäftigt ist, andere Jobs zu kriegen. Ein
Phänomen, das allgemein die Freie Szene mehr und mehr bestimmt,
so dass viele Arbeiten in Ad Hoc-Ensembles entstehen und die Anzahl
fester Gruppen immer kleiner wird.
Meret Matter inszeniert seit 02 am Schauspielhaus Zürich und am
Theater Luzern, Grazia Pergoletti arbeitet mit 400asa, Freunde des Glücks
und am Stadttheater Bern und Renate Wünsch ist an verschiedenen
Theatern und beim Film engagiert. Positiv an dieser Entwicklung ist,
das alle Beteiligten immer wieder neue Inputs aus den Arbeiten mit anderen
in den Club 111 tragen. Schade ist allerdings, dass der Club unter diesen
Umständen höchstens eine Produktion pro Jahr auf die Beine
stellen kann.
Das Theater Club111 hat eine eigene Theatersprache entwickelt. Elemente
aus Comic und Film bestimmen die Ästhetik und zwar nicht erst,
seit der Pop die großen Bühnen erobert hat. Ebenso ein wichtiges
Element ist die Mischung aus Tragik und Komik, beides mit dem nötigen
Ernst behandelt. Musik spielt seit jeher eine zentrale Rolle. Wenn man
uns als modernes Volkstheater bezeichnet, sind wir nicht beleidigt.
Zu den ClubistInnen gehören und gehörten (in zufälliger
Reihenfolge): Mättel Keller, Serge Nyfeler, Andreas Matti, Inge
Klossner, Simone Pfluger, Susan Petermann, René Schütz,
Catriona Guggenbühl, Nils Torpus, Thomas Hostettler, Mike Reber,
Ted Gaier, Michael Rath, Markus Wolff, Philipp Nauer, Frank Gerber,
Mich Gerber, Beatman, Denis Schuler, Pierre Omer, Resli Burri, Lilian
Naef, Michael Röhrenbach, Marcus Signer, Ariane Andereggen, Thimna
Fink, Norbert Klassen, Gudrun Glaus, Wowo Habdank, Irène Rovan,
Markus Mathys, Simon Dellsperger, Wanda Vislouscilova, Herwig Ursin,
Christopher Novak, Jesko Stubbe, Patrizia Bornhauser, Daniel Rothenbühler,
Sandra Utzinger, Julius Griesenberg, Meret Hottinger, Francesca Merz
und viele viele andere mehr!
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