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nach oben PROGRAMM im APRIL
 

Dienstag, 4. April, 20.00 Uhr
Blut im Nescafé!
Diskussion und Film zum Streik
in einer Nestlé-Fabrik

Neue Schweizer Filme

Donnerstag, 6. April, 21.00 Uhr
Freitag, 7. April, 21.00 Uhr
Terra Incognita
Peter Volkart, CH 2005
La petite Dame du Capitole
Jacqueline Veuve, CH 2006
Meerdolen
Peter Guyer, CH 2006
In Anwesenheit von Peter Guyer, Bern

Samstag, 8. April, 21.00 Uhr
Zwischen den Welten
Yusuf Yesilöz, CH 2006
Terra Incognita
Peter Volkart, CH 2005

Tschetschenien

Donnerstag, 13. April, 21.00 Uhr
Freitag, 14. April, 21.00 Uhr
Samstag, 15. April, 21.00 Uhr *
Coca: Die Taube aus Tschetschenien
Eric Bergkraut, CH 2005

*) In Anwesenheit der Leiterin der russischen
NGO «Warm Home», die in Tschetschenien, in
Inguschetien und Moskau mit tschetschenischen
Flüchtlingen arbeitet, und einer Vertreterin der GfbV.


Donnerstag, 20. April, 20.00 Uhr
Freitag, 21. April, 20.00 Uhr
Samstag, 22. April, 20.00 Uhr
Lieber Muslim
Kerstin Nickig, D 2005

Donnerstag, 20. April, 21.00 Uhr
Freitag, 21. April, 21.00 Uhr
Samstag, 22. April, 21.00 Uhr
Dans, Grozny Dans
(The Damned and the Sacred)

Jos de Putter, NL 2003

Donnerstag, 27. April, 21.00 Uhr
Freitag, 28. April, 21.00 Uhr
Samstag, 29.April, 21.00 Uhr
Weisse Raben
Johann Feindt und Tamara Trampe, D 2005

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Neue schweizer Filme
Wie immer im April gibt es auch dieses Jahr eine kleine Werkschau des neuen Schweizer Filmschaffens. Mit einer Auswahl der Filme aus den vergangenen Solothurner Filmtagen, sollen neue Tendenzen im Schweizer Film aufgezeigt werden.


ЧЕЧНЯ - «внутренний конфликт»?
Tschetschenien - ein «internes Problem»?

Das megafon und das Kino der Reitschule legen im April ihren Schwerpunkt auf Tschetschenien, ein Land in Kaukasien, in dem Krieg herrschte und immer noch herrscht. Ein schmutziger, sinnloser Krieg. Wie können Menschen in diesem vom Krieg zerstörten Land leben, bedroht von Entführung, Verschleppung, Vergewaltigung, Mord? Wie bewältigen sie die traumatischen Erlebnisse und Erinnerungen? Was für Überlebensstrategien setzen sie Krieg und Zerstörung entgegen? Das Reitschule-Kino zeigt Filme von engagierten Filmemachern und -macherinnen aus Holland, Deutschland und der Schweiz, die sich auf unterschiedliche Weise mit den vom russisch-tschetschenischen Krieg betroffenen Menschen befassen.

In «Weisse Raben» erzählen russische Mütter über ihre an Körper und Seele verletzten Söhne, die, nachdem sie an der russisch-tschetschenischen Front verletzt wurden, bei ihnen abgegeben wurden. Der Film erzählt von Männern, die Täter sind und nicht selten zugleich selbst zu Opfern ihrer Tat werden. «Coca» Sainap Gaschaiewa, hat zusammen mit anderen Frauen Hunderte von Videokassetten versteckt und will sie nach Westeuropa schaffen mit dem Ziel, ein Tribunal zu initialisieren, damit die Schuldigen bestraft werden – auf welcher Seite sie auch stehen. In «Dans, Grozny Dans» schliesslich zeigt Regisseur Jos de Putter einen aussergewöhnlichen Mann, Ramzan Akhmadov, der mit Strassen- und Waisenhauskindern aus Grosny kaukasische Tänze einstudiert. Sein Engagement ermöglicht ihnen triumphale Auftritte in ganz Europa. Diese Kinder trotzen dem Krieg und zeigen ein Bild von Tschetschenien, das nicht nur aus Terror besteht. Kunst als Überlebensstrategie.
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Dienstag, 4. April, 20.00 Uhr
Blut im Nescafé!
Diskussion und Film zum Streik in einer Nestlé-Fabrik auf den Philippinen. Mit Noel Alemania, Vizepräsident der Nestlé-Gewerkschaft in Cabuyao und Carina Castrillo von der Philippinischen Koalition zum Schutz der Rechte der ArbeiterInnen.

a hard day's night


Nestlé, der Schweizer Nahrungsmittelmulti erwirtschaftete 2005 einen Reingewinn von knapp 8 Milliarden Franken. Doch was ist die Praxis in den Ländern des Südens? Was läuft in und um die Werke auf den Philippinen? Seit fast vier Jahren sind über 600 ArbeiterInnen des grössten Nestléwerks auf den Philippinen im Streik, weil Nestlé nicht gewillt war, den Altersvorsorgeplan in die Tarifverhandlungen aufzunehmen. Nestlé hat mit harter Repression auf den Streik reagiert und weigert sich, mit den streikenden ArbeiterInnen zu verhandeln. Am 22. September 2005 wurde der Präsident der Nestlé-Gewerkschaft brutal ermordet. Die ArbeiterInnen machen die Nestlé-Direktion, die Nationale Polizei und Präsidentin Macapagal-Arroyo für den Mord verantworlich.

Noel Alemania und Carina Castrillo berichten auf ihrer Infotour quer durch die Schweiz aus erster Hand über die angespannte politische Situation auf den Philippinen, den Kampf der NestléarbeiterInnen und über die Prekarisierung der Arbeitssituation südlich von Manila.

Organisiert von Perspektiven nach Davos (Anti-WTO-Koordination, attac & OeME-Komission) sowie der OeME-Fachstelle.


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Neue schweizer Filme

Donnerstag, 6. April, 21.00 Uhr
Freitag, 7. April, 21.00 Uhr
Samstag, 8. April, 21.00 Uhr
Terra Incognita
P. Volkart, CH 2005, 17 Min., 35mm, OV/dt. Schweizer Filmpreis 06, Bester Kurzfilm

terra incognita


Ende der 1920er Jahre war er kurz in den Schlagzeilen: Igor Leschenko, der junge Physiker aus Hermannstadt, der mit bizarren Experimenten das Gesetz der Schwerkraft ins Wanken branchte. Das Debakel am Kongress der Pataphysiker führt zu einer geheimen Expedition zum Antigravitätspunkt. Rare Filmdokumente einer Reise jenseits von Zentropa durch den bedrohlichen Karfunkel-Archipel. Wird er die Insel Nanopol je finden?


 

Donnerstag, 6. April, 21.00 Uhr
Freitag, 7. April, 21.00 Uhr
La petite Dame du Capitole
J. Veuve, CH 2005, 55 Min., Beta SP, F/d/e




Lucienne Schnegg ist eine kleine Frau voller Energie: Mit 80 Jahren leitet sie immer noch das Kino Capitole. Sie ist die eigentliche Seele des Kinos: hier begann sie 1949 als Sekretärin, und später hat es ihr der Besitzer vererbt. Sie ist sowohl Kassiererin, Putzfrau und Direktorin, und sie erzählt uns die Geschichte ihres Kinos: des schönsten, des grössten und ältesten in Lausanne. In den Nachkriegsjahren waren 25 Leute hier beschäftigt, davon sechs Platzanweiser in Uniform, und in Scharen kamen die Besucher, um Filme wie «Der längste Tag» zu sehen.



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Donnerstag, 6. April, 21.00 Uhr
Freitag, 7. April, 21.00 Uhr
Meerdolen
P. Guyer, CH 2006, 40 Min., Beta SP, dialekt

meerdolen


Den Blick am Boden, einen Besen in der Hand, zieht er als Stadtwanderer durch Barcelona. Im Schatten einer Palme entdeckt er eine vornehme alte Dame. Und mitten auf den Ramblas einen jungen Gauner. Für Bossert hat jedes Senkloch ein Gesicht. Ein Beseler sei er, sagt Bossert von sich selber, während er die Dole von Dreck und Asphalt befreit. Einer, der mit dem Besen die Dinge beseelt. Und sagt das so, dass man ihm glaubt. Schicht für Schicht legt er mit Hammer und Besen die Schönheit des Unscheinbaren frei. Als Lohn der Abrieb: Die Frottage der Dole auf einen grossen Bogen Papier.

 
Samstag, 8. April, 21.00 Uhr
Zwischen den Welten
Yusuf Yesilöz, CH 2006, 54 Min., Beta SP, kurdisch OV/d


zwischen den welten


Schriftsteller und Filmemacher Yusuf Yesilöz zeigt in seinem sensiblen Portrait die gelungene Integration von Güli Dogan, die im Alter von neun Jahren aus der Türkei in die Schweiz immigrierte. Der Film dokumentiert die heute 35-jährige Frau an ihrem Arbeitsplatz im Winterthurer Einwohneramt, im Alltag mit ihren Töchtern, ihrem Mann, ihren Schweizer Freundinnen und bei Besuchen von älteren, stark in der Tradition ihrer Heimat verhafteten Landsleuten. Dank der Offenheit von Güli Dogan wird auf eindrückliche Weise der Spannungsbogen zwischen ihrem jetzigen Leben hier und ihren Sehnsüchten nach ihrem Bergdorf der Kindheit spürbar.

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ЧЕЧНЯ
Donnerstag, 13. April, 21.00 Uhr
Freitag, 14. April, 21.00 Uhr
Samstag, 15. April, 20.00 Uhr
Coca: Die Taube aus Tschetschenien
Eric Bergkraut, Schweiz 2005, 86 Min., 35mm, OV/dt.

coca - die taube aus tschetschenien


Coca nannten ihre Eltern Sainap Gaschaiewa – die Taube. Geboren in der Verbannung in Kasachstan, wurde sie Geschäftsfrau und zog vier Kinder gross. Seit 1994 dokumentiert sie, was in ihrer Heimat täglich geschieht: Verschleppung, Folter, Mord. Was Präsident Putin zur «antiterroristischen» Aktion erklärt, hat Züge eines Völkermordes angenommen. Bis zu 30 Prozent der tschetschenischen Bevölkerung könnten getötet worden sein. Die Weltöffentlichkeit schweigt, sei es aus Unwissen, Hilflosigkeit oder Opportunismus. Zusammen mit anderen Frauen hat Sainap Gaschaiewa hunderte Videokassetten versteckt. Jetzt will sie diese nach Westeuropa schaffen.

Coca, Leiterin der Organisation «Echo of War», strebt ein Tribunal in Strassburg an. Hass lehnt sie ab. Sie lebt teilweise in Moskau und hat vier Kinder gross gezogen (eines lebt im schweizerischen Kölliken). Sie wurde zur Chronistin des Krieges in ihrer Heimat.


Am Samstag, den 15. April folgt im Anschluss ein Gespräch mit Natasha Nelidova, der Leiterin der russischen NGO «Warm Home1», und Shoma Chatterjee, von der Gesellschaft für bedrohte Völker2.

1) «Das warme Haus» ist eine überregionale öffentliche Wohltätigkeitsorganisation, die zur sozialen Integration der Flüchtlingsfrauen und Zwangsumgesiedelten beiträgt. «Das warme Haus» begann seine Tätigkeit im August 1999 und wurde im Mai 2000 in Moskau registriert. Seitdem wurden über tausend Flüchtlingsfrauen und deren Verwandte in Moskau, in Tschetschenien und in den Zeltlagern in Inguschetien unterstützt. Dazu gehören psychologische Beratung, Betreuung durch die Sozialmitarbeiter, Kauf von Medizin und Kleidung, Behandlung in den Moskauer Krankenhäusern und Erholungsheimen, Stipendienzuschüsse für die Fortführung der Ausbildung, Teilnahme an Weiterbildungen und Praktika und PC-Kurse – das ist die Bandbreite dieser Hilfe.
2) siehe www.gfbv.ch



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Donnerstag, 20. April, bis
Samstag, 22. April, jeweils 20.00 Uhr
Lieber Muslim ...
Kerstin Nickig, d 2005, 35 Min, OmU /d

lieber muslim


«Lieber Muslim» - so beginnt das Tagebuch von Sacita, das sie ihrem kleinen Sohn Muslim schreibt, damit er einmal versteht, was seine Eltern in Tschetschenien im Krieg erlebt haben. Warum sie nach Polen geflohen sind. Damit er sich einmal in einer unbekannten Zukunft zurechtfinden wird, wenn sie selbst vielleicht schon nicht mehr leben, wie sie glaubt. Sacita, ihr Mann Said-Selim und Muslim leben in einer Provinzstadt in Ostpolen und haben wie über 6000 andere tschetschenische Flüchtlinge in Polen Asyl erhalten. Doch sie leben vollkommen in den Kriegsschrecken der Vergangenheit. Die Berliner Filmemacherin Kerstin Nickig hat sie über ein halbes Jahr lang mit der Kamera begleitet: Herausgekommen ist ein nahes Porträt der Familie und ihrer persönlichen Kriegsgeschichte.

1. Preis der Stadt Prag für den besten Kurzfilm auf dem International Human Rights Film Festival 2006
 

Donnerstag, 20. April, 21.00 Uhr
Freitag, 21. April, 21.00 Uhr
Samstag, 22. April, 21.00 Uhr
Dans, Grozny Dans (The Damned and the Sacred)
Jos de Putter, NL 2003, 75 Min., Beta, OV/e

dans, grozny dans


Nach zwei Unabhängigkeitskriegen gegen Russland liegt die Stadt Grozny immer noch in Trümmern. Vor den Ruinen probt eine Tanzgruppe bestehend aus Strassen- and Waisenhauskindern den Kaukasischen Tanz. Der Film bricht mit der Gruppe zu ihrer Europatournee auf und kehrt doch immer wieder in das kriegsgebeutelte Tschetschenien zurück. Die jungen Tänzer feiern Erfolge an den renommiertesten und glamourösesten Bühnen der Welt - der Himmel ist dunkel vor lauter Bomben, die jungen Männer sterben im Krieg, Minen pflastern die Strassen. Die Kinder werden nicht allein vom Wunsch, auf der Bühne zu stehen, angetrieben, sondern brauchen die Kunst als Überlebensstrategie. Sie versuchen, dem Krieg zu trotzen und Europa ein Bild von Tschetschenien zu zeigen, das nicht nur aus Terror besteht.

 

Donnerstag, 27. April, 21.00 Uhr
Freitag, 28. April, 21.00 Uhr
Samstag, 29. April, 21.00 Uhr
Weisse Raben
Johann Feindt und Tamara Trampe, D 2005, 92 Min., Beta SP, OV/dt.

weisse raben


Seit zehn Jahren herrscht Krieg in Tschetschenien. Ein schmutziger, sinnloser Krieg. Ein Krieg des verletzten russischen Reiches. Die politischen Machthaber sind froh, dass der Krieg zuletzt ein neues Etikett bekommen hat: Kampf gegen den Terrorismus. Das klingt gerecht und kommt international besser an.

Petja und Kiril melden sich ­ gerade 18 Jahre alt ­ freiwillig zum Einsatz an der tschetschenischen Front. Die Krankenschwester Katja arbeitet in einem Lazarett im Kriegsgebiet. Keiner von ihnen kehrt zurück, wie er ging. An Leib und Seele verkrüppelt, allein gelassen mit ihren Erfahrungen von Verstümmelungen, Folter und Tod. Über einen Zeitraum von drei Jahren beobachten Johann Feindt und Tamara Trampe wie die Heimgekehrten versuchen, sich in einer Gesellschaft wieder zurechtzufinden, die den Krieg verdrängt. Einzig im Komitee der Soldatenmütter Russlands finden sie und die hilflosen Eltern noch Ansprechpartner und Gleichgesinnte.

   



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